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Nach Fachbereichen sortiert geben Studierende ihre Sicht des Studiums an der Universität Hannover wieder.

 
           
   

Warum studiere ich Informatik an der Universität Hannover?

Sollten Sie selbst als aktive Studentin oder Student einen Beitrag zum Thema veröffentlichen wollen, setzen Sie sich mit unserer Ansprechpartnerin in Verbindung.

Serdar Yapici

Kai Haseloh

Als Mathematiker beim Lotto oder
Der Weg des Glücks(-spiels)

Zum Studium:

Nachdem ich in der gymnasialen Oberstufe drei spannende Jahre Informatik hatte und auch Mathematik zu meinen Lieblingsfächern gehörte, war für mich klar, dass ich im Studium viel mit Mathematik und Informatik zu tun haben wollte. Darum entschloss ich mich im Herbst 1997, an der Universität Hannover Mathematik mit der Studienrichtung Informatik zu studieren. In diesem Studium sind die Anteile von Mathematik und Informatik gleich groß, so dass nichts zu kurz kommt. Zusätzlich muss man noch ein Anwendungsfach belegen, wobei einem praktisch alle Fachbereiche der Universität zur Verfügung stehen.

Im Studium muss man sich um alles selber kümmern, dass fängt bei der Entscheidung des Studienfaches an und hört bei dem Entwurf des eigenen Stundenplans nicht auf. Es entwickelt sich (meist mit Hilfe der höheren Semester) über das Studium eine strukturierte Herangehensweise an alle Probleme, die sich einem stellen, man entwickelt sozusagen Bewältigungsstrategien. Im späteren Berufsleben zeigt sich, dass bei größeren Projekten diese Arbeitsweise sehr vorteilhaft ist, besonders wenn große Projektgruppen koordiniert werden müssen.


Zum Beruf:

Wenn man sagt, man arbeitet für die Toto-Lotto Niedersachsen GmbH, dann sind die Gesichter meist genauso erstaunt wie bei dem Satz "Ich bin Mathematiker". Dabei sind wir genauso abhängig von einer umfangreichen EDV wie alle größeren Firmen. Seit 1995 werden alle in Niedersachsen gespielten Spielscheine (also Lotto, Toto, Bingo, Oddset, Rubbellose usw.) direkt in der Verkaufsstelle (also im Lottoladen nebenan) in Daten übertragen und über ein eigens dafür aufgebautes Netzwerk in die Lottozentrale in Hannover übertragen. Wie man sich leicht vorstellen kann, kommt dabei über eine Spielwoche einiges an Daten zusammen, die akribisch verarbeitet werden müssen. Deshalb gibt es innerhalb der Lottogesellschaft eigene Abteilungen (so genannte Sachgebiete), die sich mit Teilbereichen innerhalb dieser Verarbeitungskette von der Scheinabgabe, Ziehungsauswertung und Ziehungsdurchführung bis hin zu der letztendlichen Gewinnbearbeitung und -prüfung befassen. Zusätzlich sind einzelne Sachgebiete mit der Sicherheit der ganzen Datenverarbeitung und mit der Wartung des Verarbeitungssystems beschäftigt.

Mein Sachgebiet ist das Systemmanagement, welches für den Betrieb des Online-Systems verantwortlich ist. Jeder in Niedersachsen gespielte Lottoschein wird bei der Abgabe erst digital zur Zentrale geschickt, dort geprüft und, falls er in Ordnung war wieder digital bestätigt. Dann erst kommt im Lottoladen die Spielquittung aus dem Thermodrucker. Ich persönlich fand dieses Zentralsystem von Anfang an den interessantesten Bestandteil meines Berufs. Die gesamte Anlage ist sowohl Hardware- wie auch Softwaretechnisch wohl für jeden, der etwas mit Informatik zu tun hat, eine Herausforderung. Da kein Lottoschein verloren gehen darf (und natürlich auch nicht dazukommen) ist die Ausfallsicherheit des Systems der wichtigste Punkt beim Betrieb. Das fängt bei doppelten Netzteilen in den Zentralrechnern an und geht bis zum Dieselstromaggregat im Keller.

Abseits von der Kontrolle der eigentlichen Lotterieverarbeitung gehört natürlich auch eine stetige Weiterentwicklung des Systems zur Arbeit einer Lottogesellschaft. So ist es zum Beispiel schon seit geraumer Zeit möglich, Lotto im Internet zu spielen. Dieses Angebot wird auch weiterentwickelt und verbessert.

Die Weiterentwicklung der Technik wird auch in die Verkaufsstellen gebracht. So ist das zur Zeit größte Projekt im Hause die Umstellung der Lottoterminals im Sommer/Herbst 2003. Die Lottospieler unter den Lesern werden vielleicht gemerkt haben, dass die "roten Schuhkartons" durch blau/beige Terminals mit LC-Displays ersetzt wurden.

Die Einsatzmöglichkeiten für Informatiker sind natürlich in so einem Umfeld vielfältig, und jeder, der in einer so stark heterogenen Umgebung arbeitet muss natürlich außer Wissen vor allem eine strukturierte Arbeitsweise, Flexibilität und den Willen zu Neuem mitbringen. Also praktischerweise alles das, was das Studium ohnehin fördert!

(August 2003)

 

 

 

Nähere Informationen zum
Studiengang erhältst
www.uni-hannover.de/studium/



     
     

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