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Neben einem entsetzten "Was? Du sieht aber gar nicht so aus!"
ist dies ist wohl eine der Fragen, die man am häufigsten hört,
wenn man seinen Mitmenschen erzählt, dass man Mathematik auf
Diplom studiert.
Inzwischen kann ich neben der Antwort "Der Chef der Telekom
ist Diplom-Mathematiker" auch mit eigenen Job-Erfahrungen aufwarten:
Nach dem Mathematikstudium stehen einem im Prinzip alle Wege offen.
Ich habe im Herbst 1993 angefangen, in Hannover Mathematik mit
Nebenfach Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Fürs Mathestudium
habe ich mich entschieden, da ich in der Schule zwar kein Supercrack
war, aber doch Spaß an Mathematik hatte und kaum etwas dafür
tun musste. Etwas fleißiger musste ich während des Studiums
schon werden, aber es blieb immer noch genug Zeit, auch die angenehmen
Seiten des Studentenlebens in Hannover ausgiebig zu genießen.
Ein Höhepunkt meiner Studienzeit war ein einjähriger
Auslandsaufenthalt in London. Jedes Jahr gehen einige Mathestudenten
aus Hannover an die Brunel-University in Uxbridge (in London, in
der Nähe des Flughafens Heathrow), um dort an einem Master-of-Science-Kursus
teilzunehmen. Da dieser Aufenthalt von der Universität Hannover
organisiert wird, kann man einerseits ohne zusätzliche Prüfungen
an diesem Fortgeschrittenenstudiengang teilnehmen, andererseits
werden die Leistungen in England vom hiesigen Prüfungsamt anerkannt,
so dass man kaum Zeit verliert. Ich denke, dass mir dieser Auslandsaufenthalt
auch die Jobsuche stark vereinfacht hat. Als Mathematiker ist es
besonders wichtig, dem Image des "Fachidioten" und "Theoretikers"
entgegenzutreten.
Mit einem Mathematikstudium stellt man seine Begabung unter Beweis,
schnell komplexe Zusammenhänge begreifen und Lösungen
für unübersichtliche Probleme entwickeln zu können.
Neben diesen eher theoretischen Fähigkeiten sind im Berufsleben
aber auch Kommunikations- und Teamfähigkeit gefragt.
Ich bin in einem Unternehmen, das Software für Versicherungen
herstellt und arbeite zur Zeit an einem großen Projekt mit.
Für meine augenblicklichen Aufgaben brauche ich neben dem "logischen
Denken", das ich in meinem Studium gelernt habe, vor allem
die Bereitschaft und Fähigkeit im Team zu arbeiten. Man muss
versuchen, die Wünsche des Kunden zu erfüllen und gleichzeitig
die Realisierbarkeit im Auge behalten. An dieser Schnittstelle zwischen
fachlichen Anforderungen und Programmierbarkeit sind auch die im
Studium erworbenen Programmierkenntnisse sehr hilfreich. In der
Versicherungsbranche ist zudem tatsächlich konkrete Mathematik,
die man während des Studiums gelernt hat, gefragt.
Insgesamt kann ich ein Mathematikstudium nur empfehlen. Auch ohne
eine Genie zu sein, kann man ein ordentliches Diplom schaffen und
hat keine Probleme, interessante Jobs während und nach dem
Studium zu finden; in der Tat fliegen die ersten Stellenangebote
meist schon während des Studiums ins Haus.
Hendrikje Schötten
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