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Gauß - wer war das eigentlich?
Carl Friederich Gauß wurde 1777 in sozial schwierigen Verhältnissen
als Sohn "einfacher Leute" in Braunschweig geboren. Seine
große mathematische Begabung zeigte sich bereits in der Schule,
wo verständnisvolle Lehrer ihm den Weg zum Gymnasium ebneten
und ihm finanzielle Unterstützung des Herzogs von Braunschweig
sicherten.
Zwischen 1792 und 1798 studierte Gauß an den Universitäten
in Braunschweig und Göttingen - der Stadt, der er ein Leben
lang die Treue halten sollte. In seiner Doktorarbeit widmete sich
Gauß der Zerlegbarkeit von Polynomen und bewies den sogenannten
Fundamentalsatz der Algebra, der besagt, daß sich jedes Polynom
vom Gerade n, also ein Ausdruck der Form
in das Produkt von Polynomen vom Gerade eins oder zwei zerlegen
läßt. Zum Beispiel ist
Weitere Forschungsarbeiten Gauß' waren die wegweisenden Kapitel
seines Buches Disquisitiones artihmeticae von 1801, die neben vielen
bahnbrechenden Ergebnissen die erste einheitliche Darstellung der
Zahlentheorie überhaupt darstellen. Bereits mit 24 Jahren hatte
sich Gauß somit in diese Reihe der berühmten Mathematiker
seiner Zeit eingereiht.
Auf jedem Zehnmarkschein findet man die berühmte Glockenkurve,
die sogenannte Dichteverteilung einer normalverteilten Zu-fallsgröße.
Was verbirgt sich hinter diesem kryptischen Begriff? Und was macht
ihn so berühmt, daß er auf dem Zehnmarkschein abgedruckt
wird? Auf jeden Fall scheint es um die Vorhersage von Zufallsergebnissen
zu gehen. Als solches kann z. B. die Größe eines erwachsenen
Menschen betrachtet werden oder die Anzahl von Glühbirnen,
die in einer Serie von 10000 produzierten Ein-heiten nicht funktionieren.
Die Normalverteilung erlaubt nun Fragen der Art "Wieviel Prozent
aller erwachsenen Männer sind zwischen 175 und 185 cm groß?"
oder "Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dafür
daß weniger als 5 der 10000 Glühbirnen nicht funktionieren?"
zu beantworten. Dabei betrachtet man den Graphen der Glockenkurve,
bestimmt die Fläche unter bestimmten Abschnitten dieses Graphen
durch Integration und kann daraus die Antworten auf obige Fragen
ableiten. Aber auch eine Unzahl anderer statistischer Tests liefern
vielfältige Anwendungen, in denen Zufallsresultate eine Rolle
spielen. Diese Universalität des zugrundeliegenden mathematischen
Prinzips erkannt zu haben, rechtfertigt Gauß' Ruhm und sicherte
ihm den prominenten Platz auf dem Zehnmarkschein.
Mehr über die auf dem Zehnmarkschein abgebildeten Dinge kann
man auf den Seiten "Mathematiker auf Geldscheinen" der
Universität
Würzburg erfahren.
Die Gauß-AG
Die Gauß-AG hat sich diesen Namenspatron gewählt, da
er gezeigt hat, wie wichtig die Mathematik als Grundlage aller Natur-
und Ingenieurswissenschaften ist. Er selbst hat eine Unzahl von
praktischen Anwendungsmöglichkeiten gezeigt, da er auch als
Astronom und Landvermesser tätig war.

Auch auf dem Zehnmarkschein findet sich eine kleine Karte des damaligen
Königreiches Hannover, das Gauß von 1821 bis 1825 vermessen
hat - zunächst direkt im Gelände, dann später als
Koordinator der Messungen. Neben der Konstruktion von speziellen
Meßwerkzeugen fand die sog. Methode der kleinsten Quadrate
hier wichtige Anwendung, eine Möglichkeit Fehler in Meßreihen
zu minimieren.
Auch als Astronom und Physiker genoß Gauß hohes Ansehen:
So benutzte er die oben erwähnte Methode der kleinsten Quadrate
auch dazu, die Bahn des Planeten Ceres vorherzusagen. Er entwickelte
dazu eine einfache und geniale Möglichkeit, aus wenigen Beobachtungsdaten
mathematische Schlüsse über die Bewegung von Himmelskörpern
erschließen zu können.
Die Physiker kennen die Einheit Gauss, mit der man die Größe
der magnetischen Induktion mißt. Auch experimentierte Gauß
mit der Erzeugung von elektromagnetischen Impulsen und legte dabei
den Grundstein der physikalischen Potentialtheorie; zusammen mit
Weber erfand er den elektromagnetischen Telegraphen.
Gauß' Werk hat schon zu Lebzeiten soviel Begeisterung hervorgerufen,
daß die noch im seinem Todesjahr 1855 geprägte Gedenkmünze
ihm den Titel "mathematicorum princeps" (Fürst der
Mathematik) zusprach.
Noch bis heute gehört sein Werk zu den Grundlagen der Mathematik
und wird an Schulen und Universitäten gelehrt.
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Carl Friederich Gauß



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Infos im Internet
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www.gaussjahr.de
Hier findet sich unter "Gauss-kniffelig" eine Einführung
in dessen mathematische Erkenntnisse, darunter die Normalverteilung,
der gekrümmte Raum oder auch der Fundamentalsatz der
Algebra.
www.braunschweig.de/gauss
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Zitat
"Der Mangel an mathematischer Bildung gibt sich durch nichts
so auffallend zu erkennen wie durch maßlose Schaerfe im Zahlenrechnen."
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