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Rückblick: Kursprogramm der 18. Kursperiode
vom 8. Mai bis 7. Juli 2006
Bauingenieurwesen
Brücken und Fachwerke
Tutorin: Monika Wigger
Was Baumeister früher nur mithilfe ihrer Erfahrung und Vorstellungskraft
errichtet haben, wird heute mit einer spannenden Mischung aus Mathe
und Physik vorher berechnet. Denn beim Planen von Bauwerken wie
Häusern, Brücken oder Tunneln ist es wichtig zu wissen,
wie sich die von außen angreifenden Belastungen im Gesamtsystem
verteilen. Dadurch kann man vermeiden, dass Einzelteile bis zum
Versagen belastet werden und im schlimmsten Fall Menschen bei einem
Einsturz ihr Leben verlieren.
Fachwerksysteme bestehen im Rechenmodell aus einzelnen Stäben
und kommen unter anderem bei Kranträgern, Hochspannungsmasten
und weitgespannten Dächern zum Einsatz. Je nach Komplexität
der Aufgabe entstehen bei der Berechnung der wirkenden Kräfte
unterschiedlich große lineare Gleichungssysteme.
Nachdem einige elementare mathematische Grundkenntnisse wiederholt
wurden, werden wir im Kurs solche Stabkräfte berechnen. Dabei
werden wir im späteren Verlauf den Computer als Hilfe bei großen
Gleichungssystemen hinzunehmen; aber auch um Brücken selber
zu konstruieren.
Wir hoffen in diesem Kurs vermitteln zu können, dass man viel
Spaß bei der theoretischen Beschäftigung von Problemen,
die in unserer Umgebung auftauchen, haben kann und freuen uns auf
eine rege Teilnahme!
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Bauingenieurwesen
Graphen und Netze
Tutorin: Eva Lehmann
Wie viele Farben benötigt man um jedes Land dieser Erde einzufärben,
ohne dass zwei aneinander grenzende Länder dieselbe Farbe haben?
In welcher Reihenfolge schaltet man die Rot-Gelb-Grünphasen
an einer Ampelkreuzung, so dass der Verkehr am besten fließt?
Wie wird der üstra-Fahrplan zwischen zwei Haltestellen ermittelt,
zumal man auch noch umsteigen muss...? Wo ist der Trick dabei, das
Haus vom Nikolaus zu zeichnen? Welcher Weg führt am schnellsten
von A nach B, und wo gehe ich lang, wenn ich keinen Weg mehrmals
benutzen darf?
All diese Fragen und viel mehr lassen sich mit der Graphentheorie
schnell und leicht beantworten. Wir befassen uns mit der so genannten
Wahrheitstabelle und grundlegenden Operationen der Mengenlehre,
Relationen und Verknüpfungen um diesen Fragen auf den Grund
zu gehen.
Vom Königsberger Brückenproblem und der Fahrplanauskunft
der Deutschen Bahn gibt es mehr in dieser Gauß-AG...
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Fächerübergreifend
Wissenschaftliche Texte schreiben
Tutor: Stephan Thies (stephan.thies@unikik.uni-hannover.de)
In diesem Kurs wollen wir uns mit dem Satzprogramm TeX und dem
darauf aufsetzenden Makropaket LaTeX beschäftigen.
Ausgehend von dem Grundgerüst eines TeX-Dokuments werden wir
uns anschließend an das Setzen von Formeln machen und die
wichtigsten Befehle für mathematische Zeichen kennen lernen.
Aufbauend darauf lernen wir, wie man Gleichungsketten, Tabellen
oder Matrizen programmiert. Schließlich werden wir uns mit
dem Einbinden von Graphiken, Erschaffung eines Literaturverzeichnisses
oder allgemein dem Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten befassen.
Der Kurs wird von vielen technisch-naturwissenschaftlichen und mathematischen
Beispielen begleitet, die nebenher erläutert werden.
Zum Abschluss soll jeder Teilnehmer einen kleinen Artikel zu einem
selbst ausgewählten Thema verfassen.
Für diesen Kurs sind keine besonderen Computerkenntnisse erforderlich.
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Informatik
Computergraphik und Programmierung in PostScript
Tutor: Roland Lutz (Roland.Lutz@stud.uni-hannover.de)
Wenn man von Computergraphik spricht, dann denkt man meist an
aufwendige und teure Graphikprogramme. Aber das muß nicht
sein: bereits mit den auf jedem normalen Linux-System vorhandenen
Werkzeugen lassen sich leicht professionelle Ergebnisse erreichen,
wenn man über die entsprechenden Kenntnisse der Programmiersprache
PostScript verfügt. Die Stärke von PostScript liegt darin,
daß sie im Gegensatz zu Dateiformaten nicht unbedingt das
fertige Bild enthalten muß, sondern stattdessen die Vorgehensweise
beschreibt, wie man das Bild erhält. Dieses „Rezept“
läßt sich mit jedem einfachen Texteditor verfassen und
wird dann vom Drucker oder Darstellungsprogramm befolgt, bevor das
Ergebnis gedruckt oder angezeigt werden kann.
Die Sprache PostScript ist der Gegenstand dieses Kurses und soll
anhand einer Reihe von Anwendungen erlernt werden, deren Schwierigkeitsgrad
von der bloßen Beschreibungssprache bis hin zu komplexen Operationen
der Pfadbearbeitung reicht. Dabei wird ein besonderer Wert auf die
Merkmale von PostScript als Programmiersprache gelegt, um einerseits
eine vollwertige Einführung in die Programmierung zu geben
und andererseits Schülern, die bereits programmieren können,
freien Raum zum Einsatz ihrer eigenen Fähigkeiten zu bieten.
- Vektorgraphiken wirken im Gegensatz zu den verbreiteten Rastergraphiken
selbst bei starker Vergrößerung nicht kantig.
- In PostScript lassen sich wiederkehrende Abläufe einmal
beschreiben und dann beliebig oft anwenden.
- Die Datenübernahme in die Graphik reduziert sich auf wenige
Textumformungen.
- Algorithmen, etwa zur Transformation oder perspektivischen Darstellung,
können direkt in der Datei definiert oder zum häufigeren
Gebrauch auslagert werden.
- Der Einsatz einer Programmiersprache macht Graphikprogramme
überflüssig.
- Mit PostScript sind Illustrationen möglich, die mit interaktiven
Graphikprogrammen nicht oder nur unter erheblichem Aufwand erreicht
werden könnten.
Um zu verdeutlichen, von welcher Art die Bilder sind, die wir im
Laufe des Kurses erstellen werden, folgt nun eine kleine Auswahl
von Beispielen. Diese Abbildungen wurden mit GIMP
in Rastergraphiken umgewandelt, da die meisten Browser keine EPS-Graphiken
darstellen können und ich beabsichtige, einige davon als Hausaufgaben
zu stellen (und es da ja in gewisser Weise kontraproduktiv wäre,
wenn ich die Quelltexte schon ins Netz stellen würde). Dadurch
entstehen bei manchen schrägen Linien unschöne Effekte,
die aber im Ausdruck nicht erscheinen werden.
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The Bruhat-Tits building of SL2(Q2)
Dieses Beispiel habe ich einer Aufgabe aus dem Buch Mathematical
Illustrations von Bill Casselman nachempfunden, dem Buch,
aus dem ich selbst PostScript gelernt habe. Es stellt ein Fraktal
dar, auch wenn mir sein Name nicht viel sagt. Das „Rezept“
für dieses Bild ist nur 104 Worte lang! Im Vergleich dazu:
eine PDF-Datei mit diesem Bild wäre 3400mal größer. |
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Logarithmische Spirale, bestehend aus gleichseitigen Dreiecken
Eine typische Darstellung aus dem Mathematikunterricht. Die
beiden Katheten des kleinsten Dreiecks sind genauso lang wie
die kürzeren Katheten der übrigen Dreiecke, in welchem
Verhältnis stehen sie also zu den längeren Seiten?
Ähnliche Figuren kannt man von Muscheln oder Schneckenhäusern. |
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Lewis Carrols »Jabberwocky«
zur Spirale aufgewickelt
Bei dieser Spirale ist der Abstand der Windungen konstant und
nicht, wie im letzten Bild, ihr Winkel zum Mittelpunkt. Der
Text wird zunächst normal geschrieben; anschließend
werden die Umrisse der Buchstaben einer mathematischen Transformation
unterzogen. Erst dann werden die Konturen schwarz gefüllt. |
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Perspektivische Darstellung eines Körpers
Dieses Motiv ziert den Einband eines Buches, das meine Schwester
einmal gelesen hat. Graphiken dieser Art erfordern etwas Vorarbeit,
denn erst müssen die Algorithmen zur Projektion entworfen
werden. Dafür lassen sich Perspektive und Art der Darstellung
bis ins letzte Detail festlegen und an den eigenen Anforderungen
ausrichten. |
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Transparenter Globus, von der Seite betrachtet, mit Europa
und Afrika vorne
Dreidimensionale Effekte lassen sich bereits mit viel weniger
Aufand erreichen: diese Erdkugel ist in Parallelprojektion dargestellt.
Die Funktion, mit der die Längen- und Breitengrade in Koordinaten
auf dem Papier umgerechnet werden, nimmt nicht einmal eine halbe
Zeile ein. |
Text und Graphiken (c) Roland Lutz 2006
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Mathematik
Moderne Kryptographie
Tutor: Daniel Sülflow (danielsuelflow@web.de)
Die Kunst Daten so zu verschlüsseln, dass niemand außer
dem gewünschten Empfänger sie wieder lesen kann wird heutzutage
immer wichtiger. Man denke nur an sicheren E-Mail Verkehr, online
Banking oder dem ganz normalen Alltag im Internet. Wie kann ich
dies effizient erreichen? Kann ich dies überhaupt erreichen?
Und was für Verfahren gibt es?
In der Weiterführung dieses Kurses wollen wir uns mit ein
paar diese Algorithmen beschäftigen, sehen wie sie aufgebaut
sind, wie sie funktionieren und wo ihre Schwachstellen liegen und
sogar einmal versuchen ein bisschen Spion zu spielen.
Um in die Geheimnisse des Codierens einzutauchen solltet ihr etwas
mathematisches Verständnis, ein wenig Interesse an Formeln
und Symbolen, aber vor allem Spaß an der Mathematik und etwas
Neuem mitbringen.
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Mathematik
Mathematische Modellbildung
Tutor: Lothar Banz (lothar.banz@gmx.de)
"Mathematische Modellbildung ist die Kunst, Mathematik auf
real-world-Probleme anzuwenden und zu deren Lösung bzw. Verständnis
beizutragen."
"Weil dieser "Anspruch" so allgemein ist, gibt es
keine "Theorie" der Mathematischen Modellbildung. Learning
by doing ist der Zugang, über den man sich dieser wichtigen
Thematik nähern kann." An zahlreichen Problemen der Physik,
Ingenieurswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften usw. sollst
du die Mathematische Modellbildung mit Hilfe von mathematischen
Disziplinen erlernen.
In der ersten Stunde werdet ihr verschiedene Modelle des physikalischen
Pendels unter Berücksichtigung mehrerer Annahmen, wie zum Beispiel
der Reibung oder des Anfangsimpulses, erarbeiten.
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Maschinenbau
Biomedizintechnik
Tutor: Jan Jacobsen
Der Einsatz von moderner Technik in der heutigen Medizin ist Alltag.
Seien
es Hüftgelenke aus Titan, Blutwäsche, künstliche
Herzen oder ein
externer Leberersatz. Diese Anwendungen sind heute Stand der Technik,
unverzichtbar für den betroffenen Patienten und für Arzt
wie Ingenieur
eine spannende Herausforderung.
Doch wie Funktioniert ein künstliches Gelenk? Was genau geschieht
in
einer Blutwäsche? Welche Anforderungen stellt man an eine Herzklappe?
Was hat Elfenbein mit Knochenersatz zu tun? Welche Materialien kann
man
wofür nutzen? Und warum?
Diese und viele weitere Fragen erörtern wir in diesem Kurs.
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Maschinenbau
Kräfte schubsen...
Tutor: Jan Jacobsen
...was soll das sein? Gemeint ist damit der theoretische Umgang
mit Kräften. Dies zu beherrschen ist für den Ingenieur
eine Grundvoraussetzung. In diesem Kurs wollen wir grundlegende
physikalische Phänomene betrachten und verstehen, wobei das
Verständnis der Vorgänge gegenüber dem "sturen
Berechnen" im Vordergrund stehen soll. (Auch für einen
Ingenieur ist das Lösen von Gleichungssystemen nicht der spannendste
Teil des Tages...)
Als Inhalt des Kurses stehen die technische Mechanik, die Thermodynamik
sowie ausgesuchte mathematische Grundlagen parat. Auf Kräfte
allein wollen wir uns aber nicht beschränken, sondern auch
andere technisch genutzte Phänomene und deren Auswirkungen
kennen lernen.
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Physik
"Physik ist ein Spielplatz"
Tutoren: Ramona Lukas und Gerrit Visscher (gerrit@visscher.de)
Kreisel, flüssiger Stickstoff und Supraleitereisenbahnen,
das sind die Spielzeuge der Physiker. Wollt ihr auch damit herumexperimentieren
und dabei lernen, wie alles funktioniert? Dann kommt in diesen Kurs!
Wir beginnen mit der Physik des Spielplatzes, schwingen uns dann
aber über Spielsachen wie der Eulerscheibe zu Supraleitern
hinauf.
Inklusive Exkursionen, Experimente und Videodreh.
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Wirtschaftswissenschaften
Finanzmathematik
Tutorin: Olesya Uzunova (olesya_uz@yahoo.de)
An ausgewählten Beispielen - besonders für die wirtschaftswissenschaftliche
Anwendung - sollen Einblicke in einfache Probleme der Finanzmathematik
gegeben und Lösungsmethoden entwickelt werden. Ausgehend von
den klassischen Sparbuchthemen wie Kontostandentwicklung oder Effektivverzinsung
werden verschiedenartige Probleme anhand von Beispielen gelöst.
Dieser Kurs richtet sich an Schülerinnen und Schuler der Oberstufe.
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